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Aktuelles

Beim Talk in der Halle begeistert die 29-jährige Weltklasse-Spielerin auf der Anlage ihres Heimatstadtklubs TC Metzingen und sorgt dafür, dass launische Kinder bis zum Schluss hellwach bleiben.

 

Alexander Mareis | 21.07.2017

Frage- und Antwort-Schlagabtausch beim TC Metzingen: Laura Siegemund (links) und ihr Trainer Markus Gentner im Gespräch beim „Talk in der Halle“.  

Der „Talk in der Halle“ führte am Mittwochabend zusammen, was seit Jahren zusammen gehört. Tennis-Weltklassespielerin Laura Siegemund (29) und ihren Heimatstadtklub TC Metzingen. Rund 70 Voranmeldungen hatte es zu dem Event bei letztlich schwül-heißen Außentemperaturen gegeben, die Zahl der tatsächlichen Zuhörerschar kratzte dann aber sogar die 100er-Marke.

Laura Siegemund, aktuelle Nummer 36 der WTA-Weltrangliste, und der TC Metzingen bilden eine langjährige Partnerschaft, vor allem bezüglich der Trainingsarbeit der Ausnahmeathletin, die derzeit wegen eines Kreuzbandrisses auf Eis liegt und erst 2018 wieder in den Tennis-Zirkus einsteigen wird. Wenn Siegemund nicht durch die Welt jettet, dann übt sie ihre Schlagtechniken auf dem TCM-Gelände. Die freundschaftliche Partnerschaft zwischen dem Verein vom Bongertwasen und der Kosmopolitin, die schon als Kind aufgrund des Jobs ihres Vater Harro die Welt kennenlernte und längere Zeit in Saudi-Arabien und Indonesien verbrachte, hat der Mittwochabend nachhaltig dokumentiert.

Weg nach Tennis-Ass benannt

Als Laura Siegemund Ende April in Stuttgart erstmals den Porsche-Cup für sich entschieden hatte, fieberten die TCM-Mitglieder begeistert mit und damit nicht genug. Nicht nur, dass man einen Weg auf der TCM-Tennisanlage nach Laura Siegemund benannt hat — die 29-Jährige steht bei allen Mitgliedern des Vereins hoch im Kurs.

Rund eine halbe Stunde lang musste Siegemund nach dem Talk mit ihrem Trainer Markus Gentner und dem fragewilligen Publikum noch für Autogramme, Fotos und persönliche Smalltalks zur Verfügung stehen, nachdem sie zuvor schon ab 19.30 Uhr einen rund zweistündigen Frage- und Antwort-Marathon hinter sich gebracht hatte. So selten die kaum um eine Antwort verlegene und nie auf den Mund gefallene Blondine freilich auf dem Tennisplatz in mentale oder körperliche Ermüdungszustände fällt, so souverän meistert sie auch die Anforderungen außerhalb ihres vertrauten Wettkampfgeländes.

Trainer als Medienprofi

Markus Gentner, seit 2010 Trainer von Laura Siegemund und gleichzeitig auch Cheftrainer beim TC Metzingen, hatte sich als Interviewer und Moderator glänzend vorbereitet. Nachdem TCM-Präsidentin Jutta Ohly die Zuschauer und Laura Siegemund begrüßt hatte, führte der 40-Jährige wie ein alter Medienfuchs durch den Abend. Seine Fragen hatte er in vier Blöcke aufgeteilt, beginnend mit Kurzfragen, auf die nur mit einem Begriff beziehungsweise mit ja oder nein geantwortet werden sollte.

„Zielstrebigkeit“ lautete Siegemunds Antwort auf „deine größte Stärke? “— „Ungeduld“ entgegnete die Wahl-Stuttgarterin auf Gentners Vorlage „was ist deine größte Schwäche?“

Das Publikum, das auf der Empore in der Tennishalle auf Bierbänken und Stühlen saß, wurde mit einbezogen. Auffällig, dass keines der darunter befindlichen Kinder müde zu werden drohte, innerliche Unruhe oder Gähnen den Ansatz von Langeweile verrieten. Gebannt starrte der anwesende Nachwuchs des TC Metzingen in Richtung der extra platzierten Sitzmöbel, auf denen es sich Siegemund und Gentner im Tennisfeld bequem gemacht hatten, die verletzte Spielerin  legte ihr lädiertes rechtes Bein zur Entspannung auf einer mit einem Polster gedämpften Holzkiste ab.

„Sprecht ihr nach einem Match noch ausführlich miteinander, sitzt ihr beisammen“, wollte ein junger Nachwuchsspieler wissen, der geselliges Treiben am Rande von Jugendturnieren aus seinem eigenen Tennisalltag gewohnt ist. „Naja, nach engen Matches herrscht gerne mal Ruhe im Umkleideraum und man spricht nur wenig miteinander. Aber es gibt auch Matches, nach denen man sich noch kurz unterhält und sich beispielsweise viel Glück im weiteren Turnierverlauf wünscht“, klärte ihn Laura Siegemund, seit ihrem beim WTA-Turnier von Nürnberg vor rund zwei Monaten erlittenen Kreuzbandriss erst Krankenhaus- und nun Reha-Patientin, auf.

Die 29-jährige, zweifache WTA-Turnier-Siegerin zog hinterher ein äußerst positives Fazit. „Mir hat es viel Spaß gemacht. Ich denke, dass es für die Leute interessant war, bestimmte Antworten aus erster Hand zu hören. Vielleicht konnte ich speziell die Kinder inspirieren und ihnen etwas mit auf den Weg geben.“

Ein Kompliment hatte Siegemund, die selbst auch schon Tennisstunden als Coach gab und den Trainer-A-Schein besitzt, für ihren Trainer Markus Gentner übrig. „Hut ab, seine Fragen waren klasse.“

So endete ein durchweg kurzweiliger Abend in der Halle des Tennisclubs Metzingen und hinterließ ausschließlich zufriedene Gesichter.